Deutschland hat zu 20% eine offen faschistische Partei gewählt.
Sophie Scholl wurde gerade mal 21 Jahre alt.
Am 22. Februar 1943 wurden sie im Münchner Justizpalast von den Nazis wegen „Vorbereitungen zum Hochverrat und Feindesbegünstigung“ zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Scholl (24 Jahre alt) und dem gemeinsamen Freund Christoph Probst (23 Jahre alt)
Ihr Verbrechen: Sie haben antifaschistische Flugblätter in der LMU in München und in Zügen verteilt.
Sie haben andere Studierende zum Widerstand gegen die Nazis aufgerufen.
Aus dem Protokoll des beeindruckten Gefängisaufseher:
„Dann wurden sie abgeführt, zuerst das Mädchen. Sie ging, ohne mit der Wimper zu zucken. Wir konnten alle nicht begreifen, wie so etwas möglich ist. Der Scharfrichter sagte, so habe er noch nie jemanden sterben sehen.“
Sophie Scholl ist für ihre politische Überzeugung gestorben.
Doch sie wusste, dass ihr Widerstand ihre Mitmenschen aufrütteln kann.
In Gedenken an Sophie Scholls Widerstandskampf hielten wir an meiner ehemaligen Schule, dem Sophie-Scholl-Gymnasium München, eine Schweigeminute ab.
An ihrem Todestag hatten wir unterrichtsfrei, doch wir lernten fürs Leben.
Es gab Workshops zur Erkennung von Faschismus und Salafismus, zum Debattieren, einen Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau, eine Autorenlesestunde mit Heiner Lünstedt und Ingrid Sabisch zu ihrer Comic-Biographie von Sophie Scholl.
Nicht nur in Geschichte wurde über die NS-Zeit gesprochen.
Auch im Sozialkunde, Deutsch und Ethikunterricht.
Meine Schule hat mir eine umfassende politische Bildung vermittelt.
Dieses Glück haben die wenigsten.
Reicht der Geschichtsunterricht an den meisten Schulen nicht aus?
Stehen wir kurz davor, die dunkle Geschichte unseres Landes zu wiederholen?
Mir scheint, das Bild von Nazis ist in den Köpfen vieler schwarz-weiß geblieben.
Sie sehen nicht, dass der Rechtsruck in Deutschland diesen historischen Hintergrund hat.
Sie sehen nicht, dass Faschisten heutzutage im Anzug auftreten, vielleicht sogar einige valide Punkte haben, aber rechte Hetze online und offline wie ein Schnellfeuer verbreiten.
Wir müssen unsere Demokratie gegen Neo-Faschisten verteidigen.
Wir schulden es allen Menschen, die damals Widerstand gegen die Nazis geleistet haben.
Wir können Widerstand leisten, ohne um unser Leben fürchten zu müssen.
Nie wieder ist jetzt!
Eure dichtende Designerin Alexia
Wer mehr über Sophie Scholl erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch „Das kurze Leben der Sophie Scholl“ von Hermann Vinke zu lesen.
Darin enthalten sind ihre Tagebucheinträge, Zeichnungen und Fotos sowie Interviews mit Zeitzeugen und Familienmitgliedern.
Die Zitate dieses Beitrags habe ich diesem Buch entnommen.

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