Ich kann nicht atmen.
Meine Kehle schnürt sich zu, ich schnappe gierig nach Luft.
Doch der Sauerstoff reicht nicht aus.
Ich hyperventiliere, schlage panisch um mich.
Schluchzend schnappe ich nach Luft, bis meine Lunge brennt.
Wild zucken meine Beine und das Licht flackert.
Alles dreht sich, die Decke stürzt Richtung Boden.
Bis mir schwarz vor Augen wird, weil ich immer noch nicht genug Luft bekomme.
So fühlt es sich an, wenn ich eine Panikattacke habe.
Warum erzähle ich euch das? Weil die wenigsten von euch wissen, wie man bei einer Panikattacke helfen kann.
Und dann selbst in Panik verfallen, was die Situation nur verschlimmert.
Denn das ist kein bisschen beruhigend oder hilfreich. Man kann nicht von der betroffenen Person erwarten, dass sie während ihrer Panikattacke kommunizieren kann, was sie braucht.
Hier folgen drei Tipps zum Umgang mit plötzlich auftretenden Panikattacken im (Arbeits-)Umfeld:
Person abschirmen oder an einen ruhigen Ort begleiten
Wer eine Panikattacke hat, muss entweder raus aus der Triggersituation oder von neugierigen und bewertenden Blicken abgeschirmt werden. Nichts ist schlimmer, als wenn sich alle Mitarbeiter um einen versammeln und gleichzeitig versuchen, zu helfen. Eine helfende Bezugsperson reicht.
Keine offenen Fragen stellen
Am besten überhaupt keine Fragen stellen, aber wenn es sein muss, dann klare ja/nein-Fragen stellen. Wer schon Probleme hat, zu atmen, kann sowieso nicht reden. Wer noch ansprechbar ist, wird von offenen Fragen überfordert, kann aber ein kurzes ja oder nein abgeben.
Nicht ungefragt anfassen
Das sollte man sowieso nie, aber viele Menschen verspüren den Drang, einen zu umarmen oder beruhigend über den Arm oder den Kopf zu streicheln. Das mag eine nette Geste sein, kann aber die Panikattacke verschlimmern. Besonders wenn den Panikattacken ein physisches Trauma zu Grunde liegt. Auch das Festhalten von zuckenden oder krampfenden Personen ist gefährlich. In letzterem Fall lieber die Rettungssanitäter rufen, denn eine neurologische Ursache kann nicht ausgeschlossen werden.
Bitte beachtet, dass Panikattacken sehr verschieden auftreten und dies nur allgemeine Vorschläge sind. Am wichtigsten ist immer auf die betroffene Person zu hören. Denn die weiß am besten, welche Unterstützung sie braucht. Solange sie sich noch mitteilen kann oder bereits im Vorfeld kommuniziert hat, was im Falle einer Panikattacke zu tun ist.
Panikattacken sind ein recht häufig auftretendes Symptom und eine Begleiterscheinung von vielen Erkrankungen. Eine Panikattacke ist entweder der Ausbruch eines länger andauernden Angstzustandes oder ein plötzlicher Ausbruch aufgrund eines Triggers.
In diesem Sinne: Habt keine Panik, wenn jemand in eurem (Arbeits-)Umfeld eine Panikattacke hat.

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